M104 - ASR Problem

  • Danke Progger,
    habe ich, habe auch Deinen Beitrag mit großem Interesse gelesen. Mein Problem ist, dass das Fahrzeug (zum Glück auf dem eigenen Grundstück) festsitzt. Wenn die ASR-Lampe brennt, kann ich Gas geben so viel, wie ich will, da erhöht sich nicht mal die Drehzahl. Das Pedal lässt sich ganz leicht durchdrücken, der Motor reagiert aber nicht mehr. Drosselklappe sirrt bei Zündung ein. ÜSR ist neu. Motordrehzahl schwankt in den ersten paar Sekunden, ASR-Lampe flackert und man hört klackende Geräusche, danach nur noch Leerlaufdrehzahl und Null Leistung (ASR-Lampe brennt dann hell und stetig).
    Entweder habe ich etwas überlesen oder das passt alles nicht auf meinen Fehler. Jetzt hätte ich mal ausgelesen, bin aber unsicher, wo genau der Fehler ausgelesen werden kann. Habe auch kein HHT, würde das klassisch über Impulszähler erledigen. HFMscan käme vielleicht auch in Frage? Alternative: erstmal stilllegen oder zur MB-Werkstatt schleppen lassen. Aber das kann ein teurer Teiletausch werden......

  • Ich hatte bereits geschrieben, daß die Vorstellung von einem E-Gaspedal nicht richtig ist; das gab es im W124 nicht. Das sog. E-Gas funktioniert so, daß mit dem Gaspedal der Gaszug betätigt wird, der dann mittels einstellbarem Gestänge (sog. Regulierung) die Drosselklappe bewegt. Nur innerhalb der DK wird dann per Elektromotor die DK bewegt.


    Wenn also überhaupt kein Gas gegeben werden kann, sich die Drehzahl also egal bei welcher Pedalstellung nicht ändert, liegt das m.E. in erster Linie an einer fehlerhaften Mechanik der Regulierung/des Gaszugs.
    Das läßt sich ja recht einfach optisch prüfen: einer drückt das Gaspedal und der andere überprüft die Bewegung des Gestänges im Motorraum und insbesondere an der DK. Diese muß sich übrigens an den LL-Anschlag bewegen, wenn kein Gas gegeben wird (Rückzugfeder).


    Die Beschreibung mit dem Klack-Geräusch hört sich allerdings dann dann doch so an, daß das EFP in Notlauf schaltet. Dann sollte allerdings noch ab der Hälfte des Pedalweges Gas gegeben werden können.
    In diesem Fall hat das nichts mit ASR zu tun, sondern mit dem EFP-System, das über Buchse 14 an X11/4 (16-polige Buchse) auszulesen wäre.

  • Danke! Top.
    Da stimmt dann meine Belegungs-Übersicht nicht, denn dort war 6 Airbag/Gurtstraffer...... hast Du eine vollständige Zuordnung der 16 PINs? Gesichert scheint für diesen Typ ansonsten noch 1 (Masse), 8 (HFM), 16 +12V.
    Fahrzeug hat Airbag/Gurtstraffer, Klima, aut. Getriebe (4-Gang) und eben ASR. M104.942. Hinter der Batterie sitzen drei Stecker auf wohl auch 3 Steuergeräten. Ich verstehe das so: vorne Motor-STG, hinten ABS- und ASR-STG. Könnten aber auch 2 Steuergeräte sein, auf dem einen würden dann die zwei Stecker sitzen, das kann ich nicht eindeutig erkennen.


    Das mit dem Gestänge/der DK teste ich mal, wenn ich eine zweite Person dabei habe.
    Aber das muss dann ein generelles Problem sein, denn die Drehzahl beginnt schon zu schwanken, ehe ich das Gaspedal auch nur berühre. Da muss sich also was gründlich mechanisch verstellt haben. Oder es ist doch ein elektrisches Problem.....
    Es ist schon merkwürdig, denn der Fehler trat von jetzt auf nachher auf, keine Warnhinweise/Anzeichen (Ruckeln, Drehzahlschwankungen usw.), nichts. Wagen abgestellt, alles okay, Wagen gestartet, Fehler da und reproduzierbar.


    Aber btw: was ist dann das für ein Steuergerät im Beifahrer-Fußraum, auf dem E-Gas steht......Oder hab ich da was falsch in Erinnerung? Dann schraube ich da nochmal auf und schaue nach..... ist schon ne Weile her......

  • Habe meinen Beitrag von vorhin korrigiert: Pin 14 ist das EFP-Steuergerät an der Buchse X11/4 (16-polig). Bin zunächst fälschlich von der 38-poligen Buchse ausgegangen.


    Mit dem ASR hat das Problem m.E. nichts zu tun. Hast Du die Kabelbäume geprüft? Wenn Du da Kabelkompost hast, würde ich das mal als erstes überprüfen. Insbesondere auch die Leitung zur DK, die gerne in sich zerfällt.

  • Aber btw: was ist dann das für ein Steuergerät im Beifahrer-Fußraum, auf dem E-Gas steht......Oder hab ich da was falsch in Erinnerung? Dann schraube ich da nochmal auf und schaue nach..... ist schon ne Weile her......

    E-Gas stimmt ja in gewisser Weise auch: die DK regelt sich elektrisch über dieses E-Gas Steuergerät (Steuergerät EFP, LL, Tempomat). Das Signal für den Motor wird aber per Gaszug/Gestänge vom Pedal zur DK übertragen. Dort wird dann ein Potentiometer (Sollwertpoti) betätigt, welches das Signal an das Steuergerät EFP überträgt. Dieses wertet es aus und steuert den Stellmotor. Es erhält dann vom Istwertpoti die Meldung, wie die DK steht. Ist beides unplausibel, geht es in den Notlauf (es schaltet sich ab = Klackgeräusch).
    Dann kann aber immer noch über den Restpedalweg die DK eingeschränkt geöffnet werden, so daß man eingeschränkt rein mechanisch weiterfahren kann.


    Wenn überhaupt nicht mehr gasgegeben werden kann, ist etwas an der Mechanik nicht in Ordnung.

  • Danke Dir! Ja 14 passt zu meiner Liste. Das ist lt. meiner Liste das Motoraggregate-Steuergerät (MAS)/E-Gas, Tempomat (EFP - elektronisches Fahrpedal)


    Der MKB ist mal neu gemacht worden, bei meiner geringen Fahrleistung (Zweitfahrzeug) hoffe ich inständig, dass der sich nicht schon wieder zerlegt hat, aber ich untersuche das mal.


    Ich glaube, wenn der Fehler behoben ist, widme ich mich mal dem Diagnosethema für unsere W124er. Wenn es da ein Kompendium gäbe und Hinweise, welche Tools hilfreich sind, das wäre absolut top!

  • Frank, welche Auswirkungen hat ein verstelltes Gestänge?

    Das kann auch dazu führen, daß das Fahrzeug in den Notlauf geht. Und zwar dann, wenn der vom Gestänge betätigte Hebel an der DK nicht mehr in die LL-Stellung zurückgeht. Außerdem kann es dann sein, daß es Probleme mit der Einstellung des Steuerdruckzuges gibt, was zu Schwierigkeiten der Schaltvorgänge des Automatikgetriebes führen könnte.


    Aber das Gestänge verstellt sich nicht von allein. Häufiger ist ein sehr schwergängiges Gestänge; man muß die Pfannen an den Kupplungen fetten.
    Wenn sich das Pedal aber sehr leichtgängig bewegen läßt, ist das hier ja nicht das Problem.


    Wenn überhaupt keine Betätigung möglich ist, bzw. die Bewegung des Pedals keine Auswirkung auf den LL hat, dann könnte der Gaszug gerissen sein oder das Gestänge ausgehängt sein. Dann würde er allerdings nicht in den Notlauf gehen, sondern sich einfach nicht mehr fahren lassen (kein Gas mehr annehmen).
    Ich vermute, daß der TE einfach nicht genug Gas am Pedal gegeben hat, um zu sehen, daß sich die Drehzahl tatsächlich doch, ab einer gewissen Betätigung des Pedals, erhöht. Oder ich täusche mich und es gibt bei seinem Fahrzeug – im Gegensatz zu meinem – diese rein mechanische Notbetätigungsmöglichkeit nicht.

  • Das kann auch dazu führen, daß das Fahrzeug in den Notlauf geht. Und zwar dann, wenn der vom Gestänge betätigte Hebel an der DK nicht mehr in die LL-Stellung zurückgeht. Außerdem kann es dann sein, daß es Probleme mit der Einstellung des Steuerdruckzuges gibt, was zu Schwierigkeiten der Schaltvorgänge des Automatikgetriebes führen könnte.

    ist es deiner Meinung nach möglich das bei falscher Einstellung der Punkt erreicht werden kann, wo die DK sich nicht entscheiden kann LL oder nicht

  • ist es deiner Meinung nach möglich das bei falscher Einstellung der Punkt erreicht werden kann, wo die DK sich nicht entscheiden kann LL oder nicht

    Das könnte schon sein. Das kann man recht leicht prüfen, wenn man den Hebel an der Drosselklappe versucht, noch weiter Richtung Anschlag zu bewegen und er sich gegen einen Widerstand (natürlich nicht der Widerstand, den der Anschlag vorgibt) noch bewegen läßt, wäre das eine falsche Einstellung. Richtig ist es, wenn die Feder den Hebel an den Anschlag des Gehäuses der DK bewegt, so daß die DK (genauer: das Sollwertpotentiometer in der DK) auf LL-Stellung steht.


    Beim Fragesteller ist es sicherlich ein anderes Problem (nämlich DK intern bzw. deren Verkabelung).

  • Alle möglichen Fehler in der DK, bzw. deren Verkabelung zu finden, bzw. einen umfänglichen Test zu machen, erfordert schon eine nicht ganz unerhebliche Ausstattung. Ich habe mir dazu die ganze Testausstattung zugelegt, die von Mercedes im Diagnosehandbuch aufgelistet ist (für mein Fahrzeug), bestehend aus Buchsenkasten (126-fach), Kontaktierungsmodulen und Kontaktierungsbox. Damit kann ich die Tests durchführen, die im Diagnosehandbuch aufgeführt sind.
    Außerdem habe ich noch HHT-Win, wo man genau sehen kann, was Sache ist.

  • Alle möglichen Fehler in der DK, bzw. deren Verkabelung zu finden, bzw. einen umfänglichen Test zu machen, erfordert schon eine nicht ganz unerhebliche Ausstattung. Ich habe mir dazu die ganze Testausstattung zugelegt, die von Mercedes im Diagnosehandbuch aufgelistet ist (für mein Fahrzeug), bestehend aus Buchsenkasten (126-fach), Kontaktierungsmodulen und Kontaktierungsbox. Damit kann ich die Tests durchführen, die im Diagnosehandbuch aufgeführt sind.
    Außerdem habe ich noch HHT-Win, wo man genau sehen kann, was Sache ist.

    Jetzt ist das Forum wieder online (und schöner als zuvor, danke an die Admins!)


    Beruflich grad voll unter Wasser, und draußen war es dann doch recht kalt für ausgedehnte Arbeiten, aber was ich bislang machen konnte, war:

    * Ausblinken von PIN 14: Dort waren abgelegt: Fehler 3, 5, 11, 14. Nach der mir vorliegenden Beschreibung waren das Drehzahlgeber vorne/hinten re, Relais Magnetventil A7/3k1 und Querbeschleunigungsaufnehmer ABS B42/2 (jeweils Unterbrechung bei den Sensoren). Stimmen diese Fehlercodes überhaupt oder sind das ganz andere Bedeutungen und ich habe die falsche Liste?
    * Relais getauscht, Fehler gelöscht, Fehler war immer noch da, aber keine neuen Fehler im STG bei 14 abgelegt. Alle Tests erfolgten aber im Stand

    * Gestänge ist wohl prinzipiell okay. Wenn ich das Gas beherzt durchtrete, dann geht die Drehzahl tatsächlich hoch, Motor läuft auch rund, allerdings geht dann (ab ca. 1500 - 2000 U/min) die ABS-Lampe an. Bei Gas weg geht sie wieder aus. Bei unvorsichtiger Wegnahme vom Gas droht er auszugehen, ehe er sich im LL wieder fängt.

    * Auf PIN 8 (HFM) waren keine Fehler abgelegt

    * Bremslichter leuchten, Bremslichtschalter scheint also okay (oder gibt es einen zweiten Schalter irgendwo anders, der da noch mit reinspielen könnte?)


    Da der Fehler von jetzt auf nachher beim Starten nach ein paar Tagen Ruhe in der Garage auftrat und vorher alles okay war, es keinerlei Anzeichen für Störungen gab, vermute ich mittlerweile einen Defekt im ABS/ASR-Steuergerät (oder auf der Motor-STG-Seite, die kommunizieren ja miteinander). Wenn sich da auch nur eine Diode, ein Elko oder ein Widerstand verabschiedet haben, kann's ja schon rum sein.


    Bin für jede Idee dankbar!