Die Sanierung vom Thaddäus

  • Anfängerfehler gemacht, der einem routinierten Karosseriebauer garantiert nicht passiert wäre: Ich hatte nur das Teil beachtet, das ich instandsetze, und nicht den Kontext. Klar wurde mir das, als ich dann doch mal die Tür schloss:



    Also mit ner etwas dickeren Trennscheibe als den superdünnen Rhodius, die ich sonst nehme, nochmal nen Schlitz reingemacht. Hier sieht man, um wie viel es gefehlt hat:



    ... und so passt es dann.


  • Wenn der Originale in A/B Klasse Qualität kommt, hält der auch nicht länger.
    Das Aluding habe ich seit 7 oder 8 Jahren bei mir drinnen, vorher war das Zubehörzeug egal woher alle 3 Jahre durchgegammelt...
    Ich hab n Kundenauto mit som Aluteil gehabt, das läuft seit fast 15 Jahren ohne Probleme... Sieht halt scheisse aus, aber für die vielen gesparten Euros grade im Hinblick auf heutige Kältemittelpreise guckt sich das weg.

  • Urlaub! Zeit zum Schrauben. Hab den Mahle-Klimakondensator zurückgeschickt und das Aluding, das Mark-86 empfohlen hat, ins Regal gelegt.


    Weiter ging's am Seitenteil. Ich habe die Kante zur C-Säule eingelötet und die D-Säule komplettiert. Dort ist alles geschweißt, da hätte Löten keinen Sinn ergeben. Dann habe ich das Fenstergummi testweise eingesetzt um zu prüfen, ob alles passt. Sieht gut aus.



    Weiter ging's mit Spachteln. Das hatte ich vorher auch noch nie gemacht. Ich habe mich für Epoxyspachtel entschieden.



    In der Mitte war eine nicht sehr tiefe, aber große Delle, die ich ausgleichen musste. Ich habe zwei Schichten im Abstand von ein paar Tagen (mit Zwischenschleifen) appliziert.


    Während das am Trocknen war, wollte ich die kleine Roststelle am Radhaus schleifen. Wie vorher jedes Mal bei diesem Auto, habe ich auch dort mal wieder nen Sack Arbeit vorgefunden. Die Stelle war schon mal durchgerostet und von einem Künstler teilweise geschweißt und teilweise mit Spachtel zugeschmiert worden. Rechts sieht es genauso aus, da wartet die gleiche Arbeit nochmal.



    Was ich damit mache, überlege ich mir morgen. Aber weil das auch wieder länger dauert, habe ich oben mit Epoxygrundierung versiegelt.



    Da muss ich nochmal ran, um die Fläche komplett glatt zu bekommen, aber die groben Unebenheiten sind jedenfalls mal raus und die Naht ist nicht mehr zu sehen, sieht soweit ganz gut aus. Ich werde den Epoxyspachtel mit Epoxidharz verdünnen, damit der sich leichter auftragen lässt. Damit sollte ich eine schön glatte Oberfläche hinbekommen. Hoffe ich ...


    In den Kanal im Scheibenrahmen habe ich zwei Ablauflöcher gebohrt, falls sich dort doch mal Wasser einfinden sollte.


    Auf der Plus-Seite: Ich habe den hinteren Stoßfänger abgenommen und darunter ist alles rostfrei. Immerhin.

  • Der obere Bereich sieht nach dem Trocknen sehr vielversprechend aus. Unten wiederum habe ich das Kunstwerk weiter freigelegt:



    Da sind Bleche übereinandergebrutzelt und das alles war mit einer dicken Schicht Spachtel kaschiert. In den Überlappungen rostet es schon wieder. Warum macht man sowas? Da hätten sie ja besser einfach alles zugespachtelt.


    Ich habe ein Reparaturblech für den Radlauf bestellt. Die Reparatur des Innenkotflügels geht anscheinend bis zum Radhausende, den unteren Teil werde ich aber belassen, der sieht ok aus. Oben trenn ich den Mist raus und bau das neu auf.


    Was mir noch nicht klar ist, ist, wie ich den Innenkotflügel an den Radlauf dranbekomme. Soweit ich sehen kann, ist das überlappend geschweißt. Ich nehme an, ab Werk wurde das mit Schweißzangen gemacht? Wie mach ich das denn mit Schutzgas und ohne Bühne?


    Plus-Seite: Unter der Leiste an der Windschutzscheibe links habe ich keine Rostnester gefunden. Ich habe den Bereich gesäubert, mit Seilfett behandelt und die Leiste wieder befestigt. Fazit: Noch keinen Griff zum Wegwerfen dranschweißen. ;)

  • Was mir noch nicht klar ist, ist, wie ich den Innenkotflügel an den Radlauf dranbekomme

    Dafür fertigst du am besten 2-3 separate Bleche an.

    Das erkennst du beim Blechaufbau. Zuerst das Radhausstück mit Fortsatz in den Radlauf in ein oder zwei Blechabschnitten und ann den sichtbaren Bereich auf Stoß sauber anfertigen und einschweißen. Ist an der Stelle nicht schwer, da du beidseitig dran kommst.

  • Das Schwierige bei so Pfuschreparaturen ist, dass ich ja nicht weiß, wie das original ausgesehen hat. Ich hab es mir aber jetzt zusammengepuzzelt. Das Radhaus überlappt mit der Kante vom Radlauf und ist angepunktet. Bei dem rausgeschnittenen Teil fehlte diese Überlappung, wohl weggegammelt und überkleistert. Ich werde einige der Schweißpunkte am gesunden Blech ausbohren und dann vorsichtig den Radlauf ausschneiden, so dass vom gesunden Radhaus etwas übersteht. Dann mache ich innen alles mit selbst angefertigten Blechen neu und nehme dazu das Reparaturblech für den Radlauf als Muster für die Kurven des Radhauses. Dann sollte das alles gut zusammenpassen.


    Außerdem hab ich Lackierpistolen geordert, die Lackierung mach ich jetzt auch selber. Ich muss bei unserem weißen T5 die Motorhaube machen, die nehm ich dann zum Üben ;)

  • Mal guggn. Ich geh am Freitag zum VdH-Stammtisch (vor 20 Jahren schon mal Mitglied gewesen, damals tatsächlich mit Heckflosse), vielleicht hat wer nen Tipp. Es müssen mindestens beide Seitenteile und Kotflügel lackiert werden, und der Lack an der Motorhaube ist schon Amateurqualität. Da wollte ich schauen, ob ich mit Feinschliff noch was erreichen kann. Am Ende sollte man wahrscheinlich das ganze Auto belacken, wenn man es zum Profi bringt. Und dann ist es aber wohl besser, wenn die Seitenscheiben und vielleicht auch die Kotflügel ab bleiben, also Karre abholen lassen.


    So sieht es jetzt nach Freilegung aus:


    Halt ein Blech aufs Rostloch gepappt und zugeschmiert.


    Der Halter hier:


    ... ist wohl für die Kabel im Hintergrund, den schneide ich raus und schweß ihn am neuen Blech an. Sieht alles in allem nicht so schwierig aus, da war der Fensterrahmen schlimmer.

  • War doch schwierig. Die Rundung des Radlauf-Innenblechs am Falz korrekt hinzubekommen mit nur dem Außenblech als Vorlage hat mich viel Zeit gekostet.



    Aber jetzt bin ich durch. Die Haltelasche innen muss noch ran, dann ist die linke Seite fertig geschweißt. Jetzt noch spachteln, rostschützen, Nähte abdichten, und dann wird die Karre umgedreht für Teil 2: alles nochmal spiegelverkehrt.